Verborgene Wasserwelt
Der Mühlbach von Nebelbach war immer da — gesehen hat ihn niemand. Der Erlebnisweg „Verborgene Wasserwelt“ holt auf 2,4 Kilometern ans Licht, was unter der Oberfläche lebt und arbeitet.
Acht Stationen verbinden Spielorte, Beobachtungsplätze und eine begehbare Wasserkammer. Die Gestaltung folgt dem Bach: Alles fließt talwärts, nichts steht im Weg.
Die Gemeinde wollte den Ortskern mit dem Naherholungsgebiet verbinden und Familien einen Grund geben, länger zu bleiben. Der Weg sollte ohne Personal auskommen, das ganze Jahr funktionieren und die Aufsichtspflicht nicht überfordern.
Wir haben den Bach selbst zur Ausstellung gemacht. Jede Station greift ein Phänomen auf, das genau dort zu sehen ist — vom Strudel bis zur Fischtreppe. Die Texte erzählen in zwei Ebenen: eine Zeile für Vorbeigehende, drei Absätze für Neugierige.
Das Leitsystem arbeitet mit Wasserstandsmarken statt Pfeilen: Wer der blauen Linie folgt, kann sich nicht verlaufen — auch nicht auf dem Rückweg.
Die Wasserkammer liegt zwei Meter unter dem Bachbett. Drei Panzerglasfenster zeigen den Querschnitt des Baches im Jahreslauf; die Beleuchtung kommt ohne Strom aus.
Im ersten Sommer zählte die Gemeinde dreimal so viele Besucher:innen im Naherholungsgebiet wie im Jahr davor. Der Weg kommt ohne Wartungspersonal aus; die Stationen haben ihren ersten Winter ohne Schaden überstanden.
Sie haben einen Ort, der mehr erzählen könnte, als man ihm ansieht?
- Konzept und Dramaturgie
- Roman Dachsberger
- Grafik und Leitsystem
- Johanna Eder
- Illustration
- Susanne Pichelmann
- Stationenbau
- Tischlerei Almwind (erfunden)
- Wasserbau
- IB Quellgrund (erfunden)
- Fotografie
- Atelier Lichtfang (erfunden)
